Nach der Nacht auf dem fast leeren, aber nicht ungemütlichen Campingplatz in der Ortschaft Manjinup ging es weiter Richtung Westen. Unser Ziel war Margaret River, unterwegs machten wir jedoch noch einen Abstecher nach Augusta und ans Cape Leeuwin, wo wir den schneeweissen Leuchtturm bestaunten. Nächster Halt war in der Hamelin Bay, einer türkisfarbenen Bucht, in der sich oft Rochen tummeln. Wir wurden nicht enttäuscht und bekamen mehrere grosse Exemplare zu Gesicht, die ganz dicht an den Strand heranschwammen. So dicht, dass sie teilweise aus dem Wasser ragten und es nicht mal nötig war, die Schnorchelausrüstung aus dem Auto zu holen.


Weiter ging die Fahrt durch unglaublich bewachsene Wälder mit riesigen Eukalyptusbäumen. Schliesslich wurde die Landschaft wieder eher von Feldern durchzogen und nach und nach tauchten auch vereinzelte Rebberge auf. Margaret River ist ein weiteres grosses und bekanntes Weinanbaugebiet Australiens, das wir uns keinesfalls entgehen lassen wollten – zumal es ohnehin auf unserer Route lag. Ein erstes Weingut besuchten wir noch auf dem Weg zum Campingplatz. «Redgate» wurde uns von unserem Schweizer Weinhändler für australische Weine empfohlen und da schauten wir natürlich gerne vorbei; und verliessen das Cellar Door auch nicht mit leeren Händen 😉
Vom Weingut aus fuhren wir zu unserem Campingplatz. Mit den Campingplätzen in den beliebten Ferienorten ist es manchmal etwas schwierig. Nicht nur, dass sie meist sehr teuer sind, sie profitieren von ihrer guten Lage und warten und putzen die Infrastruktur nicht ganz so gut, wie man sich das wünschen würde. Vor unserer Reise haben wir uns die Camping-App «Wikicamps» aufs Handy geladen, die wir allen Australienreisenden wirklich wärmstens empfehlen können. Da erübrigt sich der Kauf jedes Campingführers. Die App enthält viele Informationen zu Campingplätzen und Bushcampgrounds sowie aktuelle Preisangaben und Bewertungen, die die Nutzer selber eingeben. Ausserdem sind in den Offline-Karten viele «Points of interest» aufgeführt, die in keinem Reiseführer zu finden sind und mit denen wir schon oft an schöne Orte gelangt sind. Margaret River verfügt über drei einigermassen zentral gelegene Campingplätze, die auf Wikicamps aber alle nicht besonders gut bewertet sind, und so waren wir unschlüssig, wo wir unseren Scotty aufschlagen sollten. Etwas ausserhalb (ca. 8 km vom Stadtzentrum entfernt, was für Australien ja nun mal überhaupt keine Distanz ist) liegt eine Schaffarm mit grossem Campingplatz und sehr guten Bewertungen. Dass wir da hinausgefahren sind, haben wir keine Sekunde bereut. Die Besitzer sind extrem freundlich, die Stellplätze sind riesig, die anderen Camper (fast ausschliesslich Australier) sehr nett und kommunikativ und die Atmosphäre auf dem Platz einfach grossartig. Von den rund 2500 Schafen, die hier leben, haben wir leider noch nicht so viel mitbekommen, da sich ihre Weiden auf einer sehr grossen Fläche erstrecken. Einige dick in Wolle gepackte Schafe haben wir aber schon gesehen. Ausserdem nehmen sie es hier mit den Freilandhühnern sehr genau, diese dürfen sich nämlich auf dem gesamten Gelände frei bewegen. Eines wollte sogar unseren Scotty von innen inspizieren 😉


Nach einer sehr erholsamen und ruhigen Nacht auf der Schaffarm wollten wir am nächsten Tag eigentlich einige der 150 Weingüter und Brauereien der Weinregion Margaret River aufsuchen; schliesslich sind wir ja des Weines wegen hierhergekommen. Wir hatten uns eine gute Route zusammengestellt, die an mehreren Weingütern sowie an ein paar Stränden vorbeiführte. Erster Stopp war in einer Mikrobrauerei, die ganz passable Biere herstellt. Irgendwie schmecken die Biere der australischen Mikrobrauereien aber alle ein bisschen nach Pale Ales, auch wenn es ein Lager oder ein Kölsch sein soll, das haben wir schon andernorts festgestellt.
Weiter ging es zu einem ersten Weingut. Da wir keine Ahnung von den Weingütern der Gegend haben, suchten wir uns diejenigen, die wir besuchen wollten, ganz einfach nach dem Namen aus. Flametree Wines haben nicht nur ein schönes Etikett, sondern auch feine Weine; wobei uns die Weissweine lustigerweise mehr zusagten als die Rotweine (und das, obwohl wir – und besonders Simu – uns normalerweise eher an den Rotwein halten).
Als nächstes stand eine weitere Brauerei auf dem Programm, die wir eigentlich fürs Mittagessen aufsuchten. Ein «Tasting Paddle» mit all ihren sechs Bieren haben wir uns aber natürlich trotzdem gegönnt.



Die Brauerei liegt praktisch am Meer und so war es ein Katzensprung an den ersten Strand unserer Liste. Uns gingen fast die Augen über, denn die Küste der Geographe Bay ist atemberaubend schön. Das Wasser ist unglaublich klar und die Farben sind eigentlich einfach nur kitschig. Leider war es auch etwas windig, weshalb wir es am Strand nicht allzu lange aushielten. Irgendwann wurden uns die daher gewehten Sandkörner zu viel. Autsch! Wir waren schon etwas knapp in der Zeit (die Weingüter schliessen um 17 Uhr), weil das Wetter so schön war, beschlossen wir aber, zuerst die Strände abzuklappern.


Bei Yallingup liegen einerseits die Canal Rocks und andererseits die Wyadup Rocks. Die Wyadup Rocks bilden eine Art natürliches Spa, denn es handelt sich um Pools in den Felsen, über die die hohen Wellen schaumend hineinfliessen. Das Wasser war recht kalt, aber es war ein grossartiges Schauspiel und sehr lustig, von den Wellen übergossen zu werden.


Bis wir mit Staunen und Baden fertig waren, war es schliesslich nach 17 Uhr und so ging es zurück auf unseren tollen Campingplatz. Mehr Degustieren war von der Zeit her nicht mehr möglich, für uns aber nur halb so schlimm. Obwohl wir eigentlich wegen den Weinen in die Gegend gekommen, hat uns schlussendlich die Landschaft am besten gefallen. Die Region um Margaret River hat definitiv einiges zu bieten – und wir haben noch nicht mal annähernd alles davon gesehen.
Am nächsten Tag ging es weiter nach Bunbury. Unterwegs machten wir Halt in Busselton, wo sich der längste Jetty der südlichen Hemisphäre befindet. Der Bootssteg ragt unglaublich 1,8irgendwas km ins Meer hinaus. Dort könnte man theoretisch auch tauchen, schnorcheln oder mit einem seltsamen Unterwasserhelm über den Meeresgrund laufen. Das war uns aber alles zu unseriös. Wir wollten eigentlich einfach ins Unterwasser-Observatorium, wo man den Fischlein dabei zuschauen kann, wie sie die Pfeiler des Jettys umrunden. Leider sind immer noch Schulferien und wir hätten 2 Stunden warten müssen. So liessen wir es lieber bleiben. Der Spaziergang fast 2 km ins Meer hinaus war trotzdem beeindruckend.


Danach ging es weiter nach Bunbury. Der Reiseführer bezeichnet Bunbury als Industriestadt, die sich langsam zum Ferienort wandelt. Von der Stadt selbst haben wir nicht sehr viel gesehen. Wir haben uns einen Campingplatz etwas ausserhalb ausgesucht, auf dem wir uns sehr wohl fühlten. Am nächsten Tag ging’s dann ins Stadtzentrum, aber nicht zur Stadtbesichtigung. Bunbury liegt an einer Bucht, in der das ganze Jahr über um die 100 Delfine leben, im Sommer (also jetzt ;)) sogar um die 250. Die Grossen Tümmler kann man im Rahmen einer Eco-Tour besuchen und sogar mit ihnen schwimmen. Genau das war für uns der Grund, nach Bunbury zu kommen. Früh morgens ging es mit dem Boot raus in die Bucht. Wir hatten Glück, denn die Sonne schien und das Meer war sehr ruhig. Wir hatten noch mehr Glück, denn in der Bucht hielten sich mehrere Delfingruppen auf. Dem Meeresbiologen und Tourleiter Phil zufolge umfassten die Gruppen bis zu 30 Tiere. So ging es sogleich mit langen Neoprenanzügen, Taucherbrille, Schnorchel und Flossen ausgerüstet ins Wasser. Die Tour ist sehr gut organisiert, es gibt kein Hinter-den-Delfinen-Herschwimmen und sie werden auch nicht mit Futter angelockt. Delfine sind von Natur aus neugierig und unsere Aufgabe war es, im Wasser zu sein und zu warten, bis sich die Delfine von selbst nähern. Und das taten sie mehrere Male. Sie kamen so nah, dass man sie beinahe hätte berühren können. Was für ein Erlebnis! Wir waren insgesamt 2,5 Stunden auf dem Wasser und es gab keine 5 Minuten, in der man nicht mindestens ein paar Delfinfinnen aus dem Wasser ragen sah. Teilweise schwammen sie auch ganz nah am Boot vorbei.


Nach diesem tollen Ausflug sonnten wir uns noch ein bisschen am Strand, dann kehrten wir auf den Campingplatz zurück.
Heute sind wir nun von Bunbury nach Fremantle gefahren. Fremantle war früher eine eigene Stadt, heute ist es so gut wie mit Perth zusammengewachsen und gilt praktisch als Stadtteil oder Vorort. Hier werden wir für zwei Nächte unseren Scotty aufschlagen, bevor wir am 27. Januar in der Nähe des Flughafens unseren treuen Camper abgeben und noch 3 Tage in Perth verbringen. Am 30. Januar treten wir unsere Heimreise an und am 31. Januar kurz nach Mittag werden wir in Zürich landen. Die Schweiz hat uns also bald wieder – und wir freuen uns darauf. Zuerst geniessen wir aber noch unsere letzten Tage an der Wärme!
Hallo zäme!
Mir fröie üs uf öich morn. Dir gseht sehr erbolt us, wüsst dir ächt no was schaffe isch? LG
He dir…..suppppppper Blog wie immer. NEID!
U mir hie früre us dr Auerwärtischt ab!
Grüess Jean-Pierre