In den letzten Tagen waren wir in einigen sehr abgelegenen Winkeln unterwegs («in the back of Bourke» = Aussie slang für «im Nirgendwo», «wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen»). Irgendwann zeigte unser Handy mit australischer Nummer nur noch «Nur Notrufe» und schliesslich längere Zeit «Kein Netz» an. Wir haben uns mittlerweile die SIM-Karte eines besseren Anbieters besorgt, sonst käme der heutige Blog-Eintrag nicht zustande… 🙂

Angefangen hat es mit dem Kalbarri Nationalpark. Die Anfahrt über die ungefestigte Strasse ist schon ein rechtes Abenteuer. Frankie junior meisterte diese Herausforderung aber mehr als gekonnt. Im Nationalpark angekommen, wurden wir sogleich von Fliegen befallen. Die Viecher sind wesentlich kleiner und sehr viel penetranter als die gemeine schweizerische Stubenfliege. Ihr Ziel hat sich uns noch nicht ganz erschlossen, denn auf Nahrungsmittel sind sie nicht aus; sie versuchen vorzugsweise, in Augen, Nasenlöcher oder Ohren zu kriechen. Dabei legen sie eine Hartnäckigkeit an den Tag, die ihresgleichen sucht. Wie haben wir die Leute mit Fliegennetzen benieden! Sehen zwar doof aus, ist aber besser, als vor lauter Fliegengekrabbel den Weg nicht mehr zu erkennen und in die Schlucht zu stürzen. Da auch unsere breitkrempigen Hüte die Viecher nicht abzuhalten vermochten, sind wir nun alsostolze Besitzer stylischer Fliegennetze – und haben sie seither tatsächlich  schon wieder gebraucht.

Nach Kalbarri ging’s weiter nach Denham und sofort ab in den Francois Peron Nationalpark. Hier waren wieder Frankie juniors 4×4-Künste gefragt, und zwar so richtig. Die wenigen Strassen des Nationalparks bestehen aus reinem Sand und sind daher nur mit 4×4-gängigen Fahrzeugen befahrbar. Wir merkten dann auch wieso… Frankie kann zwar sehr wohl 4×4, er hat aber eine recht handelsübliche Bereifung und der allerbeste 4×4 ist er auch nicht. Wir schafften es bis über 30km durch den Sand, etwa 1,5km vor unserem Ziel, einem Bush-Campground, blieben wir im tiefen Sand stecken. Zum Glück ging es keine 5 Minuten, bis zwei (zugegebenermassen besser ausgestattete und ausgerüstete) Fahrzeuge hielten, uns genoppte Bretter unter die Reifen legten und uns damit aus unserer Misere befreiten. Phu!




Unser Campingplatz entlohnte uns jedoch für die Mühen: Zwar bestand die einzige Infrastruktur in einer Busch-Toilette (WC-Papier: ja, Spülung: nein), aber wir waren mutterseelenallein mitten in der Natur und direkt am Meer. Wunderbar!



Mittlerweile haben wir den Wendekreis des Steinbocks überquert und sind in den Tropen angekommen. Endlich Sommer! Endlich kurze Hosen und Flipflops! Frankie junior steht unter Palmen und das Meer ist direkt vor der Tür.


Das war’s vorerst. Ihr hört wieder von uns 🙂


(Meret auf einer Schaukel direkt am Fluss)

3 thoughts on “In the back of Bourke”

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