Nach drei Tagen in der puren, wilden Natur – also im wunderschönen Karijini Nationalpark – haben wir uns heute um gute 500 km an den Eighty Mile Beach weiterbewegt. Die Fahrt dauerte einige Stunden, die wir aber mit einem neuen Hörbuch prima überbrücken konnten. Dabei zeigte das Thermometer von Frankie jr. teilweise sogar 40°C an. Zum Glück mussten wir nur zum Tanken und Einkaufen aus dem Auto 😉
Der Karijini NP ist mit seinen 6274m² der zweitgrösste Nationalpark Westaustraliens. Uns erwarteten fantastische Schluchten mit Wänden aus spektakulären Gesteinsschichten und zahlreiche Bademöglichkeiten in idyllischen Süsswasserpools.





Da in Australien morgen die Schule wieder anfängt und die grossen Massen an einheimischen Touristen abgezogen sind, hatten wir einige Spots fast für uns alleine, was uns natürlich nicht im Geringsten störte 🙂




Die Wanderwege sind teilweise recht abenteuerlich: Die Abstiege sind mitunter steil und unwegsam, dem Wasser entlang bewegt man sich manchmal auf sehr schmalen Felsvorsprüngen – ein falscher Tritt und man steht mit einem Fuss im Wasser. Schnell kommt man so natürlich nicht vorwärts, es macht das Ganze aber umso spannender.


Die erste Nacht verbrachten wir im Karijini Eco Retreat, das nebst Luxuszelten auch einen wunderschönen, aber sehr einfachen Campingplatz betreibt. Stromanschluss gibt es nirgends, die Duschen werden mit Solarenergie betrieben (warmes Wasser ist daher Glückssache, wir waren aber früh genug da 🙂 Die Duschzeit ist aus Rücksicht auf die anderen Gäste allerdings auf 4 Minuten pro Person beschränkt). Besonders herausfordernd war der Gang zum allabendlichen Geschirrspülen – das wir kurzerhand auf den nächsten Tag verschieben mussten. Die Camp-Küche war von allerhand Gekreuch und Gefleuch bevölkert. Direkt vor dem Spülbecken verspeiste ein Heer Ameisen genüsslich eine Heuschrecke, Simon wurde von einer kleinen Gottesanbeterin angesprungen und eine recht stattliche Spinne (siehe Foto) nahm immer wieder Kurs auf uns. Wir ergriffen daher die Flucht.


Für die zweite Nacht hatten wir uns den Dales Campground ausgesucht, einen Bush Campground. Solche Campgrounds verfügen (wie bereits im Eintrag zum Francois-Peron-Nationalpark erwähnt) nur über ein Plumpsklo und keine weiteren Annehmlichkeiten. Die Busch-Toiletten sind in der Regel aber sehr sauber und geruchsfrei und von daher bei Weitem nicht so unappetitlich, wie es sich für die Daheimgebliebenen vielleicht anhört.
Da es früh hell und früh dunkel wird, hat sich unser Tagesablauf etwas verschoben: Wir gehen um ca. 21 Uhr ins Bett, stehen dafür aber um ca. 6 Uhr auf (ähm ja, wir schlafen viel :-)).
Heute stehen wir nun wieder auf einem richtigen Campingplatz mit Handyempfang, Strom und richtigen Duschen. Das mit dem Sauberwerden war trotzdem nicht so einfach; der rote Sand des Karijini NP ist extrem hartnäckig und kaum wegzubringen. Unser Camper ist innen wie aussen von einer feinen roten Staubschicht überzogen und selbst unsere Turnschuhe sind nach einem Durchgang in der Waschmaschine (die hier zugegebenermassen ohnehin nicht viel taugen) noch fast genauso rot wie vorher.


Darüber hinweg tröstete uns aber ein sagenhaft kitschiger Sonnenuntergang am Strand (Fotos folgen). Hoffentlich wiederholt sich das Schauspiel morgen, damit wir beeindruckt einschlafen und übermorgen den Weg nach Broome antreten können.
So much for now, ufiderluege!
Hey super euer blog! Freue mich immer wieder darin zu lesen :-). Und ihr habt ja schon einiges erlebt und Farbe angenommen! Viel Spass weiterhin auf euer Reise!
Hugs Nia
Wow, das rot der Erde ist wirklich super schön! Bin also überwältigt von der Vielfalt in so kurzer Zeit. Weiterhin gute Fahrt und viele schöne Stunden. 🙂