Fünf Tage und einige hundert Kilometer später sind wir heil in Kununurra (spricht man übrigens «Kananarra» aus) angekommen. Die Gibb River Road ist tatsächlich ziemlich ruppig zu fahren, was uns ein anständiges Durchschütteln beschert hat. Immerhin sind jetzt unsere Hirnzellen wieder in der richtigen Reihenfolge 😉

Unsere Route führte am ersten Tag von Derby zur Bell Gorge auf den Silent Grove Campground. Natürlich sind wir auch ein wenig durch die wunderschönen Schluchten gewandert. Besonders faszinierend war für uns, in der Windjana Gorge wildlebende Krokodile beobachten zu können.


Die Bell Gorge selber haben wir am nächsten Vormittag bewundert. Hier konnte man auch ein erfrischendes Bad nehmen, was bei den hiesigen Temperaturen wirklich nicht verkehrt ist. Im Reiseführer ist von einer malerischen Schlucht die Rede und genau das ist es auch! Denn hier trafen wir – im Gegensatz zu anderen Schluchten mit ihren steilen, schroffen Felsen – auf sanftere Formen.


Nach dem Mittagssnack ratterten wir weiter auf unseren nächsten Campground, die Mt Elizabeth Station. Der Campground befindet sich 30km abseits der «normalen Strasse» und war in einem noch übleren Zustand als die uns bereits bekannten Stratatatatrassen! Station bezeichnet in Australien eine sehr grosse Farm und das Grundstück der Mt Elizabeth Station ist so gross, da würde jeder Schweizer Bauer schlagartig in Ohnmacht fallen! 
Die Frau auf dem Hof hat uns freundlich, aber besorgt empfangen, uns das Gelände kurz beschrieben und uns erklärt, dass wir nicht so besorgt sein müssen wegen der Wald-/Buschbrände. Die seien ja noch einige Kilometer entfernt und sollten eigentlich an uns vorbeiziehen! Aha…. Na dann waren wir ja beruhigt und begaben uns in unsere Parkstellung. Wir waren zwar das einzige Fahrzeug auf dem ganzen Campground, wurden aber von vielen Vögel und Wallabys ständig beobachtet. Es war trotz Staub, Trockenheit und Abgeschiedenheit sehr schön in der Natur. Die Nacht war dann doch etwas speziell: Es ist doch beunruhigend, wenn man in der Nähe das rote Leuchten der Brände sieht und den Rauch riecht.


Am nächsten Morgen begaben wir uns ziemlich früh auf den Weg weiter in Richtung Osten, von da, wo das Feuer am Tag zuvor gekommen war. Wir fuhren an vielen verbrannten Wäldern und Büschen vorbei, die nur noch als schwarze Landschaft zu erkennen waren. Das Gefühl war schon ein bisschen komisch. Spätestens, als wir kurz vor dem Mittag das Fahrzeug wortwörtlich in den Sand setzten, wussten wir, dass heute nicht unser Glückstag ist. Haben somit das Lottospielen auf nächste Woche verschoben 😉 Irgendwie rutschte der «Strassenrand» seitlich unter dem schweren 4×4 weg und beförderte uns ins Aus! Immerhin war es ja Mittag und angenehme 40°Grad. Drei Ausgrabungsversuche schlugen leider fehl. Zum Glück kam schon nach einer Stunde ein Auto vorbei. Das junge Pärchen (Danke Raphi und Niklas) konnte uns zwar nicht direkt helfen, drehte aber unseretwegen um und holte Hilfe. Der grosse Tourbus konnte unser Fahrzeug innert wenigen Minuten aus dem Sand ziehen.



Auf jeden Fall schafften wir es doch noch auf die Home Valley Station, einem Fleckchen Luxus mitten auf der staubigen Strasse (wir mussten jeden Abend das Fahrzeug innen vom roten Sand befreien). Hier gab es sogar einen erfrischenden Pool. Vor dem Abendessen versuchten wir erst, dieses selber zu fangen. Die Barramundis bissen aber selbst bei Profianglern wie Niklas und Raphi nicht und der Köderspeck wurde kurzerhand an die Raubvögel verfüttert – rasante Sturzflüge inklusive.

Tags darauf nahmen wir den eher unspektakulären Weg nach El Questro unter die Reifen. Kurz vor dem Campground musste unser Frankie jr. noch einmal beweisen, was er kann. Er beförderte uns jedoch problemlos durch ein ca. 50cm tiefes und 30m langes Flussbett – unsere erste richtige Flussdurchquerung. Aufgrund der Trockenheit kamen wir bis dahin um alle anderen Durchquerungen herum. Wegen des Wassermangels sind in der Kimberley-Region derzeit auch nicht alle Schluchten und Schwimmteiche sehenswert, so auch in El Questro. Wir beschränkten unsere Ausflüge daher auf die atemberaubende El Questro Gorge und die traumhaften Zebedee Springs (Thermalquellen). Hier lassen wir die Fotos für sich selbst sprechen.





Nun sind wir in Kununurra angelangt und warten darauf, dass unser Abenteuer weitergeht.

Cheers!


One thought on “Welcome to Kununurra”

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