Jetzt sind wir schon in Noosa. Super hier 😉

Fetig.



Irgendwann (also am nächsten Tag) ging unsere Zeit in Airlie Beach auch zu Ende und wir fuhren weiter gegen Süden. Nächstes Ziel war Bundaberg. Kennt vielleicht der eine oder andere, das ist nämlich eine heimliche australische Ikone. Heimlich deshalb, weil ausserhalb Australiens kaum bekannt. Innerhalb des Landes: der Renner. Aber der Reihe nach. Weil es in unserem Mo so hin und her schaukelt beim Fahren (die Strassenbeläge des Bruce Highways lassen schweeer zu wünschen übrig; er ist zwar geteert, teilweise gleicht der Belag aber dem reinsten Flickenteppich aus gefüllten Schlaglöchern und an einigen Stellen ist die Oberfläche so grobkörnig und rau, dass eine Unterhaltung in der Fahrkabine unmöglich ist) und wir einfach nicht so schnell vorwärtskommen, mussten wir natürlich noch den einen oder anderen Stopp einlegen.

Erster Übernachtungshalt war in Cape Palmerston. Direkt daneben liegt der gleichnamige Nationalpark, den man ohne 4×4 aber nicht befahren kann (Frankiiiiieeee…). Wir begnügten uns also mit einem kurzen Strandspaziergang und wagten uns nach Einbruch der Dunkelheit nochmals kurz ins Unterholz. Die Gegend ist bekannt für Glühwürmchen, allerdings hatten wir diesbezüglich kein Glück. Die extrem lieben und hilfsbereiten Campgroundbesitzer meinten, es sei im Moment einfach zu trocken, sie hätten auch schon länger keine mehr gesehen. Dafür trafen wir endlich auf unsere allerersten freilebenden Kängurus. Sie grasten bei Sonnenuntergang auf einer angrenzenden Wiese. Mit dieser «Ausbeute» waren wir vollauf zufrieden 😉

Auf dem Weg nach Cape Palmerston machten wir noch einen Stopp in der Sarina Sugar Shed. Seit wir an der Ostküste angekommen sind, fahren wir durch ein Zuckerrohrfeld nach dem anderen, sehen die beladenen Zuckerrohlzüglein und speziell konzipierte Mähmaschinen. Da war es an der Zeit, endlich auch mehr über die Verarbeitung zu erfahren. Das Städtchen Sarina hat eine Art Miniatur-Zuckermühle entworfen. Aus der ganzen Welt haben sie kleine Maschinen zusammengetragen, die genau gleich funktionieren wie jene in der grossen (und richtigen) Verarbeitungsfabrik direkt nebenan. So wird einem der Verarbeitungsprozess auf kleinstem Raum vorgeführt und man kann auch alle Zwischen- und Endprodukte probieren. Also zum Beispiel frisch gepressten Zuckerrohrsaft, Zuckerrohrfaser, Molasse (bääääh!), verschiedene Saucen, Rum, Likör und Zuckerwatte. Zuckerwatte! Wie lange ist das her. Und sie schmeckt immer noch genau gleich wie damals 😉

Die zweite Nacht verbrachten wir bei den Capricorn Caves, einem grossen Höhlensystem, dessen Name daher rührt, dass die Höhlen auf dem Wendekreis des Steinbocks liegen. Diesen Wendekreis haben wir mittlerweile zum dritten Mal überquert. Man sagt gemeinhin, dass es nördlich des Wendekreises eine Regen- und eine Trockenzeit, südlich davon vier Jahreszeiten gibt. Wieder was gelernt 😉 Also besuchten wir die Capricorn Caves und übernachteten auf dem angeschlossenen Campground. Die Höhlen kann man nur geführt besichtigen, wir waren aber froh darum. Es sind über dreissig Höhlen, die sich in diesem System aneinanderreihen, und alleine hätten wir den Rückweg wohl nicht mehr gefunden. Ausserdem war die junge Höhlenführerin äusserst engagiert und wusste sehr viel Interessantes zu berichten. In der grössten Höhle, der Cathedral, sind Kirchenbänke aufgestellt. Hier werden nicht nur zweimal pro Jahr Opern abgehalten (hätten Arbeiter Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts keinen Stollen in die Höhlenwand gesprengt, wäre die Akustik in der Kathedrale jüngsten Messungen zufolge besser als im Opernhaus in Sydney), sondern auch bis zu 25 Hochzeiten pro Jahr durchgeführt. Interessantes Konzept, aber romantisch ist der Ort allemal und die Akustik überzeugt definitiv.


Dann waren wir endlich in Bundaberg und besuchten… die Rum-Distillerie. Die Australier lieben ihren Rum so sehr, dass sie ihn sogar an ihre Truppen in Konfliktgebieten liefern. Geht halt nicht ohne. In Australien überall zu bekommen, ausserhalb des Landes nur da, wo Australier sind und reisen. Thematisch passt der Rum (da aus Zuckerrohr) ja auch in die Gegend. Die beiden Guides gestalteten die Besichtigung extrem unterhaltsam und informativ und am Schluss gab es noch ein kleines Tasting (1x Rum, 1x Likör). War gar nicht so schlecht, fand sogar Meret, die sonst ja nichts Hochprozentiges mag.


Danach fuhren wir an die nur ein paar Kilometer entfernte Küste zu einem Meeresschildkröten-Zentrum. Am Mon-Repos-Beach kehren jedes Jahr zwischen November und Januar Meeresschildkröten zum Strand zurück, an dem sie selbst geschlüpft sind, und legen ihre Eier im Sand ab. Diesem Ereignis kann man auf von Rangern geführten Touren beiwohnen. Wir waren etwas skeptisch, denn wir hatten im Vorfeld gelesen, dass die Gruppen bis zu 60 Personen pro Ranger umfassen (und es sind mehrere Ranger unterwegs); die Schildkröten müssten durch das Blitzlichtgewitter der Besucher an den Strand kriechen und würden von Menschen fast überrannt. Solchen Massenveranstaltungen gehen wir normalerweise aus dem Weg, insbesondere dann, wenn das Tierwohl gefährdet ist. Wir wollten uns die Erfahrung trotzdem nicht entgehen lassen und hofften auf weniger Leute unter der Woche. Doch wir standen vor verschlossenen Türen, das Zentrum hatte am späteren Nachmittag nicht mehr geöffnet und telefonische Buchungen werden nur bis 12 Uhr mittags entgegengenommen –wir waren natürlich später dran, denn auf der Internetseite steht nichts Entsprechendes. Traurig waren wir nicht, weil wir ohnehin nicht hundertprozentig von der Veranstaltung überzeugt waren. Also ab auf den Campingplatz und ins Apéro 😉

Am nächsten Tag stand die kurze, aber dennoch lange Fahrt (haben wir schon erwähnt, dass man mit Mo nicht so gut vorankommt? ;)) nach Hervey Bay auf dem Programm. Hervey Bay steht vor allem für Whale Watching, ziehen doch jedes Jahr tausende von Buckelwalen auf ihrem Weg in den Süden der Ostküste Australiens entlang. Die Buckelwalsaison ist vorbei (wir haben sie ausserdem an der Westküste sehr zahlreich gesehen), Hervey Bay ist jedoch auch Hauptausgangspunkt für Fraser Island. Diese wunderschöne Insel (der Aborigine-Name bedeutet übersetzt Paradies) haben wir beide schon vor 10 bzw. 7 Jahren besucht. Trotzdem durfte Fraser Island auf unserer Reise nicht fehlen, dazu ist es einfach viel zu schön. In der Nacht regnete es, was das Zeug hielt, und am Morgen ging es bei grauem Himmel los. Fraser Island ist die grösste Sandinsel der Welt, Asphalt gibt es nicht. Die Distanzen sind zwar nicht sooo gross, aber wer schon mal auf Sand unterwegs war, weiss: Man kommt nicht gerade schnell voran. Wir hatten uns für eine Premium-Tagestour entschieden und hatten einen krampfhaft-lustigen Guide, der ununterbrochen in sein Mikrofon quasselte. Gefahren ist er wie ein Henker; musste er aber auch, sonst hätte das grosszügige Programm nicht in einen Tag gepasst. Trotzdem hat er es geschafft, den Trip angenehm und informativ zu gestalten. Erster Halt war Central Station mitten im Regenwald (dies ist weltweit einmalig, nirgendwo sonst wächst Regenwald auf reinem Sandboden), wo die Holzfäller im frühen 20. Jahrhundert mit ihren Familien lebten. Die Abholzung wurde erst 1991 gestoppt, 1992 wurde die Insel zum Welterbe ernannt. Nächster Stopp waren die Coloured Sands: Sandpfeiler und -klippen, die unterschiedlich gefärbte Schichten aufweisen. Bei dem immer noch grauen Himmel leider nicht sehr imposant. Dann, endlich, endlich, vermochte sich die Sonne nach und nach durchzusetzen und als wir das klare Wasser von Eli Creek durchwateten und beim Wrack der Moheno stoppten, war zwischen den Wolken auch blauer Himmel auszumachen.

Nach dem Mittagessen in einem der wenigen Resorts auf der Insel ging es zum Lake McKenzie. Benannt ist der Regenwassersee nach einem Holzfäller, der seinerzeit (hihi, seinerzeit ;)) das gesamte Gebiet rund um den See gekauft hat. Dieser See ist der Hauptgrund, weshalb wir nochmals auf die Insel wollten – und er ist immer noch genau so wunderschön wie damals. Hier war auch die Sonne voll da; leider durften wir nur eine Stunde in dem glasklaren Wasser plantschen und uns auf dem allerfeinsten Sand sonnen, bevor es per Fähre wieder zurück aufs Festland ging. Die Tour war definitiv intensiv, denn es werden unglaublich Distanzen auf unglaublich schlechten «Strassen» zurückgelegt, der Ausflug war es aber allemal wert. Glücklich und erschöpft fielen wir abends ins Bett und schliefen so tief, wie wohl noch nie, seit wir mit Mo unterwegs sind.




Heute ging die Reise ‘gen Süden weiter. Wir sind nun in Noosa eingetroffen. Hier hat Simu vor sieben Jahren seinen einmonatigen Sprachaufenthalt absolviert. Mo hat uns mit seiner Grösse leider wieder den einen oder anderen Strich durch die Rechnung gemacht. Angefangen hat es damit, dass wir auf dem am zentralsten gelegenen Campground keinen Platz mehr erhielten. Seine 7.70 m konnten einfach nicht untergebracht werden :/ Unsere neuen Reisegspändli, die wir in Hervey Bay kennengelernt haben, fanden für ihren Kleinbus knapp noch einen Platz. So stehen wir nun auf dem weiter entfernteren Campingplatz… Die Busverbindungen sind nicht die besten, deshalb fuhren wir mit Mo durch das Gewirr an Strassen, Kreiseln und Kreuzungen (Noosa ist am Ufer eines sich schlängelnden Flusses und daher nicht so schachbrettartig wie andere Orte gebaut) bis an den Main Beach. Um – wer hätte es gedacht –, keinen Parkplatz zu finden. Das Zentrum ist ohnehin mit Fahrzeugen vollgestopft, den einen oder anderen freien Parkplatz hätte es aber gehabt. Leider benötigt Mo zwei bis drei Parkplätze (und diese sollten nach Möglichkeit direkt nebeneinanderliegen, sonst wird es schwierig). Den einen Parkversuch haben wir rasch abgebrochen, nachdem Mo noch zwei Meter in die Strasse hinausragte und ein Durchkommen auf der Strasse schwierig machte. Schliesslich konnten wir ihn etwas ausserhalb abstellen. Ein paar Schritte zu Fuss haben ja noch niemandem geschadet. Das Apéro heute haben wir uns jedenfalls verdient 😉 Und der Strand ist wirklich sehr schön. Wer unseren Blog regelmässig liest, hat vielleicht auch gemerkt: Wir waren zum ersten Mal wirklich an einem Strand. Klar, Strände haben wir viele gesehen, aber wir haben zum allerersten Mal auf unserer Reise «gsünnelet». Und direkt ein paar zarte Bräunungsstufen dazugewonnen 😉

Noch kurz zu Mo. Zum Reisen ist er definitiv zu gross, wir stossen immer wieder an unsere Grenze. Zum Wohnen ist er aber einfach nur super. Drinnen fühlen wir uns mit all dem Platz sehr wohl. Hier mal einen kleinen Einblick in Mos Innenleben:


Auf dem Campingplatz ist es nun doch recht gemütlich und Noosa hat viel zu bieten. Morgen gibt es also einiges zu erkunden, bevor es übermorgen nach Brisbane weitergeht. Bis bald!

2 thoughts on “Höhlen, Inseln und noch viel mehr”

  1. Bonjour Meret (und Simon, unbekannterweise), Tout d’abord JOYEUX ANNIVERSAIRE Meret, je suis sûre que dans votre super mobilhome il y a un four et que tu recevras un merveilleux gâteau d’anniversaire 🙂
    Félicitations pour votre blog – très beau, très bien fait et intéressant. ça donne envie de retourner en Australie.
    Grosses bises de Berne et bonne continuation
    Danièle

  2. Hahahaha, von Bundaberg kenne ich nur das ginger Beer, das seeeehr lecker ist (ein bisschen zu süss, aber lecker). Hey, eure Reise ist der Hammer und die Beiträge so schön gestalten und farbig und föttelig und und und…einfach toll!! Danke danke danke 🙂 Buon viaggio

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