Als erstes ein Nachtrag zum letzten Eintrag, bei dem wir die Possums ganz vergessen haben – und das geht natürlich nicht. Auf dem Campingplatz in Hervey Bay lebt ein Possum mit Jungtier, das wir mit einem Rüebli füttern durften. Hier die superherzigen Bilder dazu:


Und nun weiter im Text.

Es ist Halbzeit. Die Hälfte unserer Reise haben wir inzwischen erfolgreich und erlebnisreich hinter uns gebracht. Hoffentlich mögt ihr noch mal zwei Monate lang Blog lesen 😉

Die letzten paar Tage waren landschaftlich wieder sehr viel schöner als die Strecke von Cairns bis Noosa. So langsam kommen sie wieder, die schönen Strände, die auch zum Baden einladen würden, wenn es denn keine Quallen oder sonstige Brennviecher hätte – oder wenn die Sonne scheinen würde. Leider hatten wir in den letzten Tagen nicht immer nur Glück mit dem Wetter. Meist war es ab etwa 15 Uhr stark bewölkt, ab und zu hat es in der Nacht heftig geregnet, das eine oder andere Gewitter haben wir in den letzten Tagen auch erlebt. Zum Glück scheint am nächsten Tag meistens die Sonne wieder, da fällt das Aufstehen nicht ganz so schwer 😉

Letztes Mal stehengeblieben sind wir in Noosa, wo wir noch einen weiteren Tag verbracht haben. Noosa ist definitiv einen Besuch wert, denn (wenn man denn das Zentrum findet – bei dieser unübersichtlichen Stadt gar nicht so einfach…) es wartet nicht nur mit einem traumhaften Strand und vielen herzigen Bars und feinen Restaurants auf, es nennt auch einen Nationalpark sein Eigen. Diesen sind wir auf einem Trail von rund 7 km abgewandert. «Watch out for snakes» hat der Typ beim Infostand noch gesagt. Wir waren also eher gemächlich unterwegs. Gesehen haben wir trotzdem keine (zum Glück oder leider??). Unterwegs waren wir zu viert, denn in Hervey Bay haben wir beim Possum-Füttern Naomi und Yanick aus der Ostschweiz kennengelernt. Sie waren auf derselben Fraser-Island-Tour gebucht wie wir und haben grundsätzlich auch die gleiche Route (einfach ein paar Wochen mehr Zeit). So haben wir uns in Noosa wieder getroffen und uns gemeinsam auf Koala-Suche gemacht, denn die Beuteltiere sollen im Noosa National Park leben. Koala-Glück hatten wir leider keines, obwohl wir im seeeehr weitläufigen Eukalyptuswald in die Höhe gestarrt haben, bis uns die Nacken weh taten. Dafür belohnte uns der Nationalpark mit fantastischen Küstenlandschaften, wunderschönen Buchten und grandiosen Aussichten. Nach sünnelen und fleissigem Wellenhüpfen stand nachmittags noch etwas Shopping auf dem Programm, bevor es mehrfach ins Apéro ging. Schliesslich mussten wir auf Merets Geburtstag anstossen – anstrengende Angelegenheit. Fürs Znacht standen etliche herzige Restaurants zur Auswahl, wir entschieden uns schliesslich für thailändisch, weil wir das alle so gerne mögen. Für umgerechnet 25 Franken pro Person wurden wir mit mehreren Vorspeisen und Hauptgängen verwöhnt und wir konnten uns so richtig die Bäuche vollschlagen.




Am nächsten Tag ging es für uns weiter nach Brisbane, während Naomi und Yanick eine kürzere Etappe gefahren sind. Wir hatten den Campingplatz ausgesucht, der der Stadt mit 4 km Entfernung am nächsten liegt. Zum Glück hatten wir nicht vor, viel Zeit auf dem Campingplatz zu verbringen. So kleine Stellplätze hatten wir bisher noch nie und obwohl die Dusch- und WC-Blöcke absolut einwandfrei waren, sagte uns die Atmosphäre auf dem Platz nicht so zu. Um die Mittagszeit trafen wir in Brisbane ein und machten uns kurz darauf mit dem Bus auf ins Zentrum (man nennt das in Australien CBD: Central Business District). Nachdem wir die Einkaufsstrasse abgeklappert hatten, ging’s am Fluss bei guter Aussicht und steifer Brise ins Apéro. In Brisbane gibt es einen kostenlosen Bootskurs, der zwischen den beiden Flussufern hin und her pendelt. Mit dem City Hopper fuhren wir also über den Fluss zurück zu unserem Ausgangspunkt. In den australischen Städten wechseln sich «alt» (ca. 100 Jahre ;)) und neu (Hochhäuser) ab. Das gibt einen interessanten Mix. Die Städte hat man in der Regel aber schnell gesehen, denn aufgrund der kurzen Landesgeschichte (bzw. der kurzen Zeitspanne seit Invasion der Weissen) bieten die Städte keine Sehenswürdigkeiten, die mit jenen einer europäischen Stadt vergleichbar wären.


Am nächsten Tag setzten wir unsere Reise Richtung Süden fort. Kurz nach Brisbane befindet sich das Lone Pine Koala Sanctuary, das wir besuchen wollten. Früher lebten Koalas entlang so ziemlich der gesamten Ostküste. Mit der Besiedelung und der damit einhergehenden Abholzung durch die Weissen verschwand immer mehr Lebensraum. Heute ist der Koala eine gefährdete Art und lebt nur noch in vereinzelten und sehr begrenzten Gebieten. Im Lone Pine Koala Sanctuary werden Koalas gezüchtet, um die Art zu erhalten (und bestimmt auch, um Besucherscharen anzulocken; davon steht in den Werbeprospekten aber natürlich nichts). Für einen kleinen Aufpreis darf man auch einen Koala auf den Arm nehmen. Auf den Fotos erkennt man, das Sergeant, das 4 Jahre alte und rund 7 kg schwere Koalamännchen, die Fotosession nicht so toll fand wie wir. Sind nun mal keine Schosstiere. Für uns war es dennoch ein tolles Erlebnis.



Meret hat im Sanctuary auch endlich ihren allerersten wachen Wombat gesehen, ihr Lieblingsaustralientier, und war ganz aus dem Häuschen. Ausserdem gab es eine Vorführung von australischen Schäferhunden (echt beeindruckend, wie sie die Schafe zusammengetrieben haben) und man konnte Kängurus füttern 😉




Übernachtet haben wir in Burleigh Heads, einem Surferstädtchen an der Gold Coast. An der Gold Coast reiht sich Surferspot an Surferspot, die Strände sind schön und die Leute meist recht locker unterwegs. Der Hippie-Vibe drückt teilweise noch ein bisschen durch. Die Surfer-Hochburg Surfers Paradise haben wir übersprungen. Da waren wir vor Jahren schon und waren schon damals entsetzt, denn direkt nach dem Strand beginnt eine Wand aus modernen, ausdruckslosen und kalten Hochhäusern. Was früher der Ort für Surfer schlechthin war, wird mittlerweile auch von den Reiseführern nicht mehr empfohlen; diese verweisen auf entspanntere Orte wie Burleigh Heads oder Coolangatta. Den Abend in Burleigh haben wir sehr genossen, auch wenn das Wetter natürlich wieder einmal nicht ganz mitmachte und unsere Wäsche nicht rechtzeitig trocknete… In Burleigh Heads erlebten wir ein Abendessen der anderen – und offenbar sehr australischen (ostküstenmässigen) – Art. An der Ostküste sind die Rettungsschwimmer eine wahre Institution, sitzen sie doch in jeder grösseren Ortschaft am Strand und sorgen dafür, dass in den teilweise hohen Wellen und starken Strömungen niemand ums Leben kommt. In diesen Ortschaften gibt es jeweils auch einen Surf and life saving club (oder so ähnlich), die meistens ein Restaurant oder zumindest eine Bar betreiben. Hier landeten wir also an einem Sonntagabend. Das Lokal im Stil eines Pubs war proppenvoll mit Einheimischen, die riesige Essenportionen vor sich hatten. Die umfangreiche Menükarte machte die Auswahl nicht gerade einfach, die Preise waren (besonders für Australien) äusserst moderat. Wir entschieden uns für Penne mit Poulet und Avocado an einer Knoblauchrahmsauce und Linguini mit Chili-Crevetten und Jakobsmuscheln: eine wahre Freude für die Geschmacksnerven (und das Portemonnaie) 😉


Am nächsten Tag ging es weiter nach Yamba, jedoch nicht, ohne zuvor einen Zwischenhalt in Byron Bay gemacht zu haben. Wer kennt sie nicht, die Stadt, die voller Surferboys und -girls, Backpacker und alteingesessenen Hippies ist. An jeder Ecke steht ein Billabong-, Quicksilver- oder Ripcurl-Shop mit vielen coolen Badeshorts, Flipflops und Bikinis zum «gänggelen». Ein wahrgewordener Traum für jeden, der den sportlichen Surferstyle mag (was musste Simu immer uf Meret warten ;)) Der Strand von Byron Bay ist auf jeden Fall auch ein Besuch wert, ebenso die Fahrt und der Spaziergang hoch zum Leuchtturm und zum östlichsten Punkt des australischen Festlandes.




Yamba empfing uns am späteren Nachmtitag mit Gewitter, so verschoben wir den Strandbesuch auf den nächsten Tag. Dies war eine gute Entscheidung, denn heute beleuchtete die Sonne die tollen Felsformationen und die Brandung, in der sich die Surfer tummelten.


Ein paar gemütliche Stunden am Strand wären schön gewesen, doch es warteten noch einige Stunden Fahrt auf uns. Ausserdem liegt auch unser nächstes Ziel, South West Rocks, am Strand. Leider war der Himmel grau, als wir heute hier ankamen. In Kombination mit dem frischen Wind nicht wirklich Badewetter. Wir entschieden uns daher für einen Strandspaziergang. Sobald wir unterwegs waren, riss der Himmel auf und die Küste von South West Rocks zeigte sich von ihrer schönsten Seite.


Also zurück zum Campingplatz und ab an den Strand. Aus dem Badespass wurde allerdings erneut nichts, da im Sand hunderte von angespülten Portugiesischen Galeeren lagen. Die quallenartigen Tiere sind zwar nicht unbedingt tödlich, verschiedenen Online-Quellen zufolge aber äusserst schmerzhaft. So verzichteten wir auf unser Bad im Meer und setzten uns an den Strand. Nur kurz jedoch, denn schon bald schoben sich wieder Wolken vor die Sonne und die Temperatur senkte sich merklich. Bald darauf begann es zu gewittern und zu regnen. Es soll im Moment also einfach nicht sein. Schreiben wir halt noch einen Blogeintrag 😉

Finito und gute Nacht – oder so 😉

One thought on “Halbzeit”

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